Tiergarten Kirchrode Foto: Ilona Mohné
Tiergarten Kirchrode Foto: Ilona Mohné
Stadtteil Dichterin
Stadtteil Dichterin

Fahrstress

 

Unterm Fuß das Gaspedal, 
heidi, wie bin ich flott!

 

Da kommt schon das erste Schild 
und darauf steht „Stopp“.

 

Weiter geht es stotternd-Mist- 
gar kein Fortkommen mehr ist.

 

Es kribbelt, ärgert „Gottfried Stutz!“
Vorbei des Autofahrers Lust.

 

Geduld, Geduld mit Stop-and-go
den andern geht´s doch ebenso!

 

Erlösung, nun kann´s weiter geh`n-
vor der Ampel wieder steh´n.

 

Schön eingeteilt in kreuz und quer
in hoch und tief und noch viel mehr

 

ist klug erdacht zu aller Wohl,
das Autofahren ist doch toll!

 

Es ist nur gut, sitzt drin allein 
kannst laut fluchen, toben, schrei`n;

 

kannst so deinen Frust befrei´n
kommst weniger gestresst dann heim.

Haute Couture

Schaffensgenuss

 

Kleider gestalten
heißt Stoffe entfalten
mit ihnen zu spielen.
Die Hände, sie fühlen
den seidigen Fluss, 
welch Schaffensgenuss!

 

Wo will man ihn raffen,
wo soll man ihn straffen,
eine Schulter bedecken
zum Schmeicheln und strecken?
Des Schöpfers Ringen
lässt´s schließlich gelingen.

 

Fleißige Hände  vollenden dann
womit die Frau sich schmücken kann.
Fein wird der Stoff zusammen gebracht
wie der Meister es erdacht
mit Faden und Nadel im Atelier,
den gleichen Geräten wie eh und jäh.

Gartenzwerge

 

Gartenzwerge sind doch süß 
mit ihrem fröhlichen Gesicht
mit ihren Zipfelmützen auf dem Kopf 
kennen Wind und Wetter nicht.

 

Sie halten Stand, nicht Launen kennen,
 immer sind sie blitze blank
sind liebevoll dort aufgestellt 
von gärtnerischer Hand.

 

Sie zieren eine kleine Welt 
hinterm Gartenzaun
so mancher schaut und denkt: 
„Hier ist erfüllt ein Traum!“

Der Schöpfer es auch gerne sieht, 
wenn Publikum bleibt  steh´n, 
um seine kleine Microwelt 
der Zwerge an zu seh´n.

 

Ja Kitsch, was heißt das schon
 ihr Narren! 
Wo bleibt das kindliche Gemüt?
Wie glücklich mag der Mensch wohl sein
der Gartenzwerge liebt?!

Wetterwechsel

 

Hier zwischen Meeren unter Polen,
eng sehr viele Menschen wohnen.
Es scheint das Wetter unbeständig,
doch das gerade hält lebendig.

 

Alles was hier wächst, gedeiht,
ob es regnet, donnert, schneit,
der Nahrung dient auf eine Art,
die manches and‘re Land nicht hat.

 

Wo immer nur die Sonne strahlt,
der Mensch nichts mehr zu ernten hat.
Da kann er beten, bitten, fleh´n,
kein Regenwölkchen ist zu seh´n.

 

Hier wird täglich neu gemessen.
Statt zu freuen sich indessen,
bei Sonnenschein wird schon beklagt,
dass ein Tief von Westen naht.

 

Dankbar sollten wir doch sein,
für Regen und den Sonnenschein.
Macht der Kreislauf dann mal Mätzchen,
Du Senior such Dein ruhiges Plätzchen.

 

Ein Vogel fliegt auch nicht bei Regen,
wartet ab den Nahrungs-Segen,
den nennt man „Ruhe nach dem Sturm“.
Nur schade für den Regenwurm!     

Immer die gleiche Leier

 

„Alle schauen nur aufs Handy!“
Was machen die denn da?
Schauen sie in einen Spiegel,
wer fragt sich das denn mal?

 

Sie haben da ein Gegenüber
tauschen Wichtiges oft aus,
dabei nutzen Wartezeiten
bis sie endlich sind zu Haus.

 

Wir kennen auch die Schattenseiten:
Wer Böses will und das missbraucht,
dem kannst Du gerne das entziehen,
der tut es ohne Handy auch.

Was war zuerst

 

So oft ich in hoher Bergwelt bin,

sie beschreibende Liedverse sind mir Sinn.

Immer wieder frage ich dann,

was wohl als erstes gewesen sein kann?

 

Haben die Dichter auch so gesessen,

zwischen den Elementen die Welt vergessen,

festgehalten das Glücksgefühl,

Komponisten verstärkten´s mit Melodie?

 

Oder schaue ich so besonnen hin,

weil die Lieder früh prägten meinen Sinn?

Welchen Schatz haben sie uns gegeben

mit Worten, die jede Strömung überleben!

 

Die Antwort die Natur uns selber gibt,

bis heute sie unverändert blieb,

Felsen am Bach und Vogelsingen,

wie sie in den alten Liedern erklingen.

 

Wo lauter die Motoren brummen,

muss das gesungene Wort verstummen.

Da herrschen Schlagzeug, Drums und Co,

auch sehr schön, doch anders wo.

Das Meer

 

Wie beim Atmen sich hebt und senkt die Brust 
Schnauft das Meer 

 

Greift in den Sand - schlägt an den Fels 
Schwallt hin und her 

                                                     
Niemals ruht 

Mit seinem Impuls versorgt das Leben 
bis tief in den Grund

 

Lasten trägt es in ewiger Geduld 

Nahrung verschenkt es Stunde um Stund´

 

Es streift mich der Sand zwischen den 

Händen 

Belebend und fließt 

 

Bindet mich ein in das Gleichmaß des Lebens 
Das alles umschließt

Morgenkonzert

 

Kosmeen blühen zart von Art

spie´n heute Violine,

die Musiker die Bienen sind

die Saiten zu bedienen.

 

Ein Kuss auf gelben Blumenmund,

die Blüte neigt sich nieder,

da viele Bienen tätig sind,

geschieht es immer wieder.

 

Der ganze Garten singt und klingt,

du kannst es wirklich hören,

die Palme flüstert mit hinein,

sie zittert, will nicht stören.

 

Doch ach, ein Wölkchen trübt das Spiel,

ich sehe nichts mehr schwingen.

Bleib du Farbe, Blütenduft,

will weiter mit euch singen!

 

Die Sonne ist die Starke doch,

das Lied kann neu beginnen,

die Bienen weiter fleißig sind,

bis leiser wird ihr Summen.

 

Es klingt nicht mehr, vom auf und ab

Erschöpft gehen sie zur Ruh.

Kommt wieder bald ihr Emsigen,

ich hör euch wieder zu!

 

Vergnügt

 

Vergnügt zu sein geht das allein?
Wohl besser beim Zusammensein!
Ein Buch kann´s aber auch bereiten,
der Autor schafft´s in seinen Seiten,
trifft für dich den rechten Ton,
alles Ernste fliegt davon.

 

Vergnügt zu sein, leicht und beschwingt,
uns nicht zu jeder Zeit gelingt,
gehört zu überraschenden  Geschenken,
wenn wir am wenigsten dran denken.
Heiterkeit ist Heiterkeit!
Willkommen sehr in unsrer Zeit.

Der Hund mein Freund

 

Gingen wir beide die Wege entlang
freuten wir uns beide,
ich träumte dabei für mich hin
Du ranntest ohne Leine.

 

Warst Du zu weit voraus geeilt
blieb ich ganz einfach steh´n,
Du warfst dann Deinen Kopf zurück
und hast nach mir geseh´n.

 

Die langen Ohren keck im Wind
Dein Mienenspiel viel Ausdruck sind.
Worte, ja die brauchtest nicht
warst Freund der wortlos mit mir spricht.

 

Noch immer, wenn die Wege ich geh`
mit einem Blick nach oben seh´.
ich spreche dann, doch auch nur stumm
doch Du mein Freund schaust Dich nicht um.

Begehren

 

„Sie“ ich auf dem Schulhof schon begehrte,

neidisch blickend mich verzehrte,

wollt mit zwei Händen nach ihr greifen,

um voller Lust hinein zu beißen.

 

Der sie selber ausgewickelt,

fand sie weniger beglückend:

„Ach schon wieder!“, mürrisch kund

tat er ab das pralle Rund.

 

Vom Schlachtfest kannte ich den Schlingel,

etwas blass der kleine Kringel!

Da lag er nun und sagte mir:

„Heute nimm mich mit zu dir!“

 

Zwischen Scheiben ziemlich dünn,

der Belag zur Mitte hin

muss die Stulle wölben, biegen,

die Ränder aber fest anliegen.

 

Die Sehnsucht, die als Kind ich spürte,

zu diesem Happen mich verführte.

Ein Hamburger ist klein mit Hut

gegen solch ein Knappwurstbrot!

Der Magische Augenblick - Das Wunder der Liebe

 

Den Magischen Augenblick, gibt es ihn?

Ahnungslos gehst Du mal hin
wo Menschen sich im Takt bewegen,
Cocktails zum Gespräch anregen.

 

Eroberungen niemals, nein,
willst nur unter Menschen sein.
Gibst Dich zwar reizvoll, machst Dich schön -
es könnt´ ja doch wer nach Dir sehn.

Wenn Du gar nicht mehr erpicht
hat es plötzlich Dich erwischt.
Aller Vorsatz ist dahin
Emotion trübt Deinen Sinn.

 

Ein Mensch – Du schlägst die Augen nieder.
Du fühlst er schaut zu Dir herüber.
Da ist der Magische Moment!
Beide fühlen sich gehemmt.

 

Unsichtbares zieht sie an.
Ob Frau zu Frau, ob Mann zu Mann,
ob Frau zu Mann, so fängt es an,
sich dessen nicht erwehren kann!

 

„Beziehung“ zischt man durch die Zähne.
Dabei gibt´s dies Wort, das schöne:
Liebe heißt das immer noch.
Lasst sie zu und freut Euch doch!

 

Dieser magische Moment
wird uns Menschen so geschenkt.
Liebe alles das schließt ein
was niemals wird zu messen sein.

 

Warum der Mensch gerade der,
es gibt derer so viel mehr?
Eine Antwort gibt es nicht,
weil eben das ein Wunder ist.

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